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We are an expat community that live and feel Colombia; we write in our native languages and love to travel through this beautiful country. Here you can find our travel stories where we share sensations, flavors and smells from Colombia. We invite you to read our experiences.
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Sehr aufgeregt und neugierig reiste ich von Bogota direkt in die Amazonas Region, eine vom Rest Kolumbiens isolierte Welt. Die einzige Möglichkeit besteht in einer Anreise per Flugzeug (mein Ticket kostete 437.040 cop). Nach zwei Stunden Flug landete ich in Leticia, der kolumbianischen Hauptstadt des Amazonas. Je nachdem, zu welcher Jahreszeit man den Amazonas besucht (Regenzeit: Januar bis Juni; Trockenzeit: Juli bis Dezember), erlebt man ihn mit zwei verschiedenen Gesichtern. Ich war im November unterwegs und so war der Wasserstand der Flüsse sehr niedrig und der Schiffsverkehr reibungslos.
Eine ideale Möglichkeit, um nützliche Dinge über das Dreiländereck von Kolumbien, Peru und Brasilien zu lernen war ein erster Besuch des Parks "Mundo Amazonico". Hier wurde (auch in englischer Sprache) vieles über die einzigartige Flora und Fauna des tropischen Regenwaldes erklärt und vor allem habe ich gelernt wie man mit Mutter Natur respektvoll und erfinderisch umgehen kann. Es wurde gezeigt wie Ziegelsteine aus recyceltem Material hergestellt werden und Maurer mit Plastikflaschen Häuser bauen. Zu diesem Park gelangte ich mit dem Bus bis km 7,7 Richtung Hitoma, nur 15 Minuten von Letica entfernt (Bus 1.600 cop/pp, Parkeingang 30.000 cop/pp).
Die hohe Luftfeuchtigkeit machte mir zu schaffen, vor allem während der Wanderungen. Deshalb bewegte ich mich in Leticia hauptsächlich mit "motocarros" fort (Motorrad, auf dem 2 bis 3 Personen in einer Extra-Kabine sitzen). Leticia war meiner Meinung nach nicht so schön, sodass ich schnell anfing meine Reise in den Dschungel zu organisieren. Von Leticia aus ging ich auf dem Landweg nach Brasilien (Tabatinga); lustig, wie es durch das Überqueren der Straße plötzlich eine Stunde später wurde aufgrund der Zeitverschiebung. Ein Besuch in Peru ist nur durch Überquerung des Amazonas mit dem Boot möglich. Die peruanische Seite hat übrigens die kolumbianische in punkto Drogenproduktion mittlerweile hinter sich gelassen.
Im Dschungel selbst machte ich unvergessliche Erfahrungen, wie das Schwimmen im Amazonas zwischen den rosa Süßwasser-Delfinen, Angeln von Piranhas oder der wunderschöne Anblick der Seen "Correo" und "Tarapoto". Ich bekam den Mund nicht mehr zu beim Anblick der langen kerzengeraden Baumriesen, genannt "Lupuna", die bis zu einer unglaublichen Höhe von 70 Metern wachsen können und einen Durchmesser von 10m erreichen, wenn man sie wachsen lässt.
Der Geist von Lupuna ist ein Beschützer des Regenwaldes. Er lebt im Wurzelwerk der Urwaldriesen und verbreitet eine Atmosphäre aus Aberglaube und Mythen. Im Dschungel kommunizieren die Einheimischen über große Entfernungen durch das Schlagen von Hölzern auf die Stämme dieser riesigen Bäume. Ein Donnern erschallt, das im ganzen Urwald zu hören ist.
Hoch in den Bäumen haben furchtlose Arbeiter eine Reihe von Plattformen konstruiert, zwischen denen ich nun mit einer Seilbahn hin und her flog.
Ich schlief eine Nacht in einem Maloca, ein offenes traditionelles Haus aus Holz mit einem riesigen Dach für die ganze Familie. Hier lernte ich viel über das "Mambe" Ritual - die traditionelle Verwendung von Cocablättern. Ich habe es auch selbst probiert. Ein bisschen Cocapulver in die Backe gesteckt bis sich nach einer Weile aus dem Pulver eine Kugel formt. Und ja, ein kleiner Energieschub war zu spüren.
Generell sind die Preise im Amazonas-Gebiet höher als im Rest von Kolumbien (ausgenommen einige Orte an der Pazifikküste). Aufgrund der Abgeschiedenheit ist das Benzin sehr teuer (10.000 pro Gallone) und selbst ein Ei kostet 300 cop und ein kg Zucker 2.500 cop. Diese Region ist vergleichbar mit einer Insel, denn sie ist nur mit dem Flugzeug oder dem Schiff erreichbar und alles braucht ein wenig mehr Organisation. Auch wurde meine Planung, die ich zu Hause vorbereitet hatte völlig über den Haufen geworfen. Denn es ist verdammt schwierig sich im Vorfeld ein Bild davon zu machen, wie der Dschungel funktioniert. Aber genau das machte die Reise für mich so einzigartig und reizvoll.
Die Dauer der Bootsfahrten sind zum Beispiel sehr stark abhängig von der Fließgeschwindigkeit des Flusses und vor allem auch von der Richtung! Es gibt feste Abfahrtszeiten und es ist ratsam, sich am Vortag ein Ticket zu kaufen.
Mein nächstes Abenteuer führte mich zu dem Naturreservat Tupana Arüü , was sich 65 km von Leticia befindet, am rechten Ufer des Amazonas-Flusses nahe der Mündung des Rio Parana.
Nach der Ankunft am Flussufer wanderte ich etwa eine knappe Stunde vorbei an typischen Dörfern bis ich ein paar schöne Cabañas zum Schlafen erreichte. Während zweier Nachtwanderungen (eine in Tapana Arüü, die andere im Wald nahe Leticia), sah ich viele seltsame und interessante Tiere, deren Namen ich noch hie gehört hatte. Eine nachtaktive Vogelspinne lief mir über die Hand und ich stand Angesicht zu Angesicht mit einem Skorpion. Wie heikel so eine Situation sein kann, wurde mir erst durch die lauten und eindringlichen Schreie unserer Dschungelführer bewusst: „go go go!“.
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Der Nachthimmel mit seinen Tausenden von Sternen strahlte vor Magie! Ein unbeschreibliches Gefühl erlebte ich in der Nacht als ich meine Lampe ausschaltete; ich hörte viele Geräusche, die mir verrieten, dass ich nicht allein war: um mich herum wimmelte es von Kreaturen – doch ich konnte sie nur erahnen. Am Anfang ein wenig gruselig, aber dann so fantastisch!
Eine weitere wunderbare Erfahrung machte ich in San Martin de Amacayacu. Dieses typische Amazonas-Dorf ist ideal, um etwas über die Kultur und das tägliche Leben der Tikuna-Indianer zu lernen. (= 1,5 Std. Boot von Leticia, Ticket = 24.000 cop/pp, Abfahrt von Leticia nach Bocana Amacayacu (ist nicht Parque Amacayacu!) um 08.00, 10.00 oder 14.00 Uhr. Aus dem Naturschutzgebiet Tupana Arüü dauert es 3 Std. mit einem langsamen Boot nach St. Martin).
Puerto Nariño (2-2,5 Stunden mit dem Boot von Leticia = 29.000 cop/pp), ist ein sehr friedliches kleines, autofreies Dorf direkt neben dem Amazonas-Fluss. Hier stieg ich auf einen Turm damit ich schöne Bilder machen konnte. Das Herumwandern in der natürlichen Umgebung dieses niedlichen Dorfes war zutiefst entspannend und machte mich oft sprachlos und erstaunt - ein unvergessliches Erlebnis.
Diese besondere Welt ist ein MUSS in vielerlei Hinsicht: es gibt ungewöhnliche Flora und Fauna und die traditionellen indianischen Kulturen. Ich genoss die Ruhe und das Leben im Freien, manchmal konnte ich nicht glauben was für eine Schönheit Mutter Natur zu bieten hat. Genre bezahlte ich die etwas höheren Preise, denn die Erfahrungen, die ich dafür bekam waren ihr Geld wert - ohne Zweifel!
Tipp 1: Touristen zahlen eine Öko-Steuer bei der Ankunft in Leticia. 18.500 cop/pp am Flughafen.
Tipp 2: Ja, es gibt Geldautomaten in Leticia.
Tipp 3: Eine Impfung gegen Gelbfieber ist obligatorisch. Bring deinen Impfausweis mit. Ich brauchte meinen nicht zu zeigen aber man weiß ja nie.
Tipp 4: Ein Aufenthalt von 5 Tagen ist wirklich das Minimum um die volle Pracht der Natur zu genießen und zu fühlen.
Tipp 5: @Tabatinga Brasilien: Überprüfe vorher ob du ein Visum brauchst, Deutsche brauchen kein Visum aber Mexikaner brauchen zum Beispiel eins. Du bekommt einen Stempel am Flughafen Leticia (Colombia) oder an den „Policia Federal“ in der Nähe des Krankenhauses in Tabatinga (Brasilien)! Es ist sehr wichtig, dass du diese Stempel bei der Ein- und Ausreise bekommst.
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