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Weihnachten in Cali

 

 

Das erste Mal Weihnachten ganz abseits von Europa. Und es ist kaum zu glauben, es fehlt die Winterzeit. Mein Körper, meine Gedanken und Emotionen haben durch das doch relative warme Klima keine Weihnachtsgefühle aufkommen lassen. Aber genauso wie in Deutschland sind die Geschäfte nach Halloween also ab November mit Weihnachtssachen gefühlt, da ändert sich auch über den Atlantik nicht viel.

Die Häuser sind dann ab Dezember auch sehr weihnachtlich und mit viel Lichtertanz geschmückt. Die Lichter hier sind bunt, verändern ständig ihre Leuchtgeschwindigkeit und erinnern teilweise mehr an Disco als an eine ruhige und gesegnete Weihnachtszeit. Dies habe ich sowohl in Bogotá, Medellín und in Cali beobachten können.

Cali ist natürlich nochmal ganz anders…Dort ist das Klima sehr hochsommerlich warm und Weihnachten wird dort die berühmte Feria, sprich Straßenumzüge, viel Salsa, Feste und andere typischen Traditionen dieser Region, begleitet. Durch diesen ganzen Tumult kommt ein ruhiges Weihnachtsfest schon so gar nicht in Frage.

 

 

Der Heilige Abend wurde aber auch hier sehr ruhig und besonnen begonnen.  Vorbereitungen für den Abend mussten aber keine mehr getroffen werden, da hier der Weihnachtsbaum und die Grippe schon ab Dezember aufgebaut sind und der Baum auch kein echter ist. Allerdings gibt es hier in Kolumbien die Tradition der „Novenas“. Die Novena ist ein katholischer Brauch im Advent in Kolumbien, Venezuela und Ecuador.

An den neun Tagen vom 16. bis zum 24. Dezember werden im häuslichen und Nachbarschaftskreis täglich gemeinsam gebetet. Die Gebete beziehen sich auf die neun Monate vor der Geburt Jesus. Im Anschluss dieser Gebete wird dann gemeinsam gesungen und gegessen. Auch bei der Familie meiner Freundin haben wir diese Tradition durchgeführt. Es wurden einige engerstehenden Nachbarn und alle Onkel, Tanten, Omas und Opas eingeladen. Ein Buffet haben wir vorher vorbereitet und nachdem dann alle eingetrudelt sind, gegen 22Uhr, haben wir mit dem Beten angefangen. Die Gebete und Geschichten wurden von verschieden Personen aus einem Büchlein vorgelesen. Zum Abschluss wurde dann auch noch gesungen und dann gemeinsam getrunken und gegessen. In Cali beginnt das richtige Leben erst spät abends, 22Uhr ist dort noch früh. Übrigens wird in dem Wohnblock jeden Abend diese Novena organisiert, so dass sich die ganze Nachbarschaft dort versammeln kann. Die Novena bereiten die Menschen auf das Weihnachtsfest vor.

Aber zurück zum Heiligen Abend – wir haben in der Familie ein kleines Essen vorbereitet. Wurst und Kartoffelsalat mit Sekt. Nach dem familiären Abendessen sind wir gegen 22Uhr zu der weiteren Familie und Verwandtschaft mütterlicherseits gelaufen. Dort wurden dann noch einmal Gebete vorgetragen und gesungen. Im Anschluss gab es dann noch mal ein Abendessen, das aus Wurst und Reis bestand. Um 24 Uhr wurden dann die Geschenke verteilt. An alle und jeden :). Nach dieser Bescherung ging es dann weiter zu der Familie väterlicherseits. Dort gab es wiederum ein Abendessen, das auch aus Wurst und Reis bestand. Hier gab es dann auch nochmal eine Bescherung. Nach der Bescherung und Speis und Trank wurde dann fleißig Salsa getanzt und sich unterhalten. Um 3 Uhr morgens sind dann die ersten wieder nach Hause gegangen. Insgesamt wird Weihnachten hier sehr viel lebhafter gefeiert als bei uns.

Am 25.12 ging es dann mit der Feria in Cali los. An diesem Tag sind wir allerdings nicht zu der Feria gegangen, sondern haben einen Ausflug an den Fluss „Panca“ gemacht. Dies ist ein begehrtes Ausflugsziel für die Familien. Die Familien kochen dann dort in großen, wirklich großen, Töpfen und genießen den kühlen Fluss bei sonst heißem Klima.

 

 

Diese Alternative zu Feria haben wir auch gewählt, da ab diesem Jahr sich viel an der Organisation der Feria geändert haben. So wurde für viele Veranstaltungen und Umzüge ein hohes Eintrittsgeld verlangt. Dies können sich die meisten Kolumbianischen Familien nicht leisten. Diese Änderung ist natürlich sehr schade. Aber die Kolumbianer haben sich Ihre Feria eben dann von der anderen Straßenseite oder einer Brücke angeschaut. Auch wurde die Feria live im Fernsehen übertragen. Aber die Jahre vorher war die Veranstaltung für alle kostenlos, da die Feria schließlich vom Volk und für das Volk ist. Viele der Kolumbianer habe diese Änderungen und vor allem diese hohen Preise nicht nachvollziehen können.

Die Feria am 26.12 wurde durch traditionelle Reiter und Reiterinnen eingeleitet, die sogenannte „Cabalgata“. Offizieller Start dieses Umzuges wäre um 13 Uhr gewesen. Ab 11 Uhr standen wir am Straßenrand um uns gute Schattenplätze zu sichern.  Der Umzug ging dann mit einiger Verspätung um 15Uhr los.

Einige Eindrücke dieses Umzugs:




Dieser Umzug war mehr oder weniger strukturiert oder gut organisiert. Die Reiter (oder die Pferde!?) haben gemacht was sie wollten. Angehalten, gequatscht, umgedreht oder einfach mal eine schneller Gangart gewählt, auch wurde viel getrunken, v.a. Wasser, Bier und natürlich das Nationalgetränk „Aguardiente“. Am Abend gab es dann auch so manchen besoffenen Reiter, der sich nur noch mit Hilfe umstehender Leute auf seinem Vierbeiner halten konnte. Insgesamt war die Stimmung sehr gut und die weiblichen Reiterinnen haben bei dem Publikum ständig „Ohhh“ und „Ahh“ Ausrufe ausgelöst.

 

 

Insgesamt waren die Kolumbianer sehr zufrieden mit Ihrer Feria. Diese Feria war laut der Einheimischen viel besser organisiert als die Jahre davor. Für mich war nicht wirklich eine Struktur erkennbar, sondern nur die Tatsache der ungerechten und enormen Eintrittspreise. Mehr Veranstaltungen habe ich daher nur im Fernsehen mit bekommen.

 




Dafür habe ich die Zeit für  einen Stadtrundgang und Zoobesuch genutzt. Der Zoo in Cali ist sehr schön. In Bogotá gibt es leider keinen und so war es hier in Kolumbien der erste Zoobesuch überhaupt. Die Pflanzen und Tierwelt sind einzigartig. Leider hab ich schon wieder so viele Pflanzen- und Tiernamen vergessen. Die nachfolgenden Fotos liefern einige Impressionen. Natürlich gibt es die Pflanzen und Tiere nicht nur im Zoo, sondern auch in der freien Wildbahn.

Im Zoo wurde mir übrigens ein Witz erzählt: „ Als Gott die Welt erschuf, versuchte er alles gerecht zu verteilen. Einer seiner Assistenten fragte dann aber, wieso Kolumbien so viel Reichtum an Pflanzen und Tieren bekommt, dazu noch 2 Meere und viele Rohstoffe. Das sei doch alles nicht gerecht. Darauf antwortete Gott, na aber ich gebe diesem Land doch auch Politiker….“.

Natürlich bietet auch die Stadt Cali ihre Sehenswürdigkeiten und viel Kunsthandwerk, was mich sehr stark beeindruckt hat.

 







Tags: Cali
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Kommentare

Gast
Patty Elvira Samstag, 11 Mai 2013

Que bien, en nuestra ciudad siempre seras Bienvenida.....

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Gast
Gast Mittwoch, 30 Juli 2014

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