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Eine Stunde von Cali (36 km) entfernt befindet sich eins der beliebtesten Ziele für ausländische Touristen, die das Departamento Valle del Cauca besuchen: Das Landgut Hacienda El Paraíso, das zu einem Museum umfunktioniert wurde, ist die Ikone dieser kolumbianischen Region und weltweit bekannt als Schauplatz des Bestsellers der lateinamerikanischen Romantik: María von Jorge Isaacs.
Das Museum Hacienda El Paraíso ist vom Hauch der Novelle von Jorge Isaacs umgeben.
Dieses Werk hat Leser verschiedener Länder gefesselt und während der Führung durchs Museum werden dem Besucher einige Auszüge daraus vorgetragen: Ein unvergessliches Erlebnis!
Efraín, der Hauptdarsteller der Novelle, beschreibt die Landschaft und die Hacienda El Paraíso mit folgenden Worten:
„Ich verstummte, als sich solch Schönheit vor mir hatte […]. Der Himmel, der Horizont, die Steppen und die Höhen des Cauca benebeln ihren Betrachter […] Vor Sonnenuntergang sah ich an den Hängen des Berges das Haus meiner Eltern verblassen. Als ich näher trat, zählte ich mit sehnsüchtigem Blick die Weiden- und Apfelsinenhaine, durch die ich dann kurz darauf das Licht sah, das aus den Zimmern kam. […] Endlich wieder konnte ich diesen nie vergessenen Duft des Gemüsegartens einatmen. […] Die Hufeisen meines Pferdes blitzten im steinbepflasterten Innenhof auf. […] Um acht begaben wir uns ins Esszimmer, das malerisch in östlichen Teil des Hauses lag. Von dort aus hatte man Blick auf die nackten Bergkämme unter dem sternbedeckten Himmel. Die Aura der Wüste streifte am Garten entlang, sammelte die Düfte ein und spielte mit den Rosenhecken, die uns umgaben. Der unbeständige Wind ließ zeitweilig das Rauschen des Flusses vernehmen. /Jorge Isaacs, María/
Das Landgut Hacienda El Paraíso wurde 1959 zum Nationaldenkmal.
Die Landschaft des Departamentos Valle del Cauca ist von süßen Zuckerrohrplantagen bedeckt. Von diesem Landgut hat man nicht nur Blick auf diese Plantagen, sondern auch auf die nahe liegende Hügellandschaft, die Flüsse und die üppigen Wälder. Das angenehm warme Klima und der erstaunlich frische Wind machen diesen Ort zu einem Reiseziel ohne gleichen und lassen den Touristen immer wieder dorthin zurückkehren wollen.
Das Landgut wurde zwischen 1816 und 1828 im Auftrag von Víctor Cabal, einem Viehzüchter der Stadt von Buga und ehemaligem Bürgermeister der Stadt von Cali gebaut. Im Jahr 1828 wurde sie vom Vater von Jorge Isaacs gekauft. In ihr spielt sich der überwiegende Teil der Novelle María ab. Im Jahr 1953 wurde sie vom Departamento Valle del Cauca übernommen und am 30. Dezember 1959 zum Nationaldenkmal erklärt.
Das Landgut Hacienda El Paraíso ist beispielhaft für die traditionelle Architektur der großräumigen Herrenhäuser mit ihren abgeschrägten Dächern der großen Latifundien der Region des Valle del Cauca.
Am Fuß der Westkordillere gelegen, hat dieses Landgut einem herrlichen Blick auf die grüne Ebene mit den ausgedehnten Zuckerrohrplantagen und riesigen Regenbäumen.
Das gesamte Gebäude ist von Wasserkanälen umgeben, die das Eindringen von Insekten und Schlangen verhinderten und Frische in ihre Innenräume brachten. Weiterhin kann es mit luftigen Balkons und einer üppigen Vegetation aufwarten. Vom Eingang des Landguts her bis hin zur Treppe erstreckt sich ein wunderschöner Rosengarten, in dem, so wie es in der Novelle steht, María jeden Morgen die frischesten Blumen für ihren Geliebten Efraín pflückte.
Ein weiterer Zeuge der Liebe zwischen María und Efraín war ein riesiger Stein, der sich im Vorderteil des Landgutes befindet und auch in der Novelle beschrieben wird.
Geschichte, Natur, Romantik und Rosen in allen Farben sind einige der Reize, die das Landgut Hacienda El Paraíso ausmachen.
Das Landgut bewahrt die ursprüngliche Aufteilung des Hauses, wie es die Novelle beschreibt und besteht aus folgenden Zimmern, die von regionaltypischen Balkons umgeben sind:
Der Besuch im Landgut Hacienda El Paraíso ist wie die Begegnung mit einem Denkmal, wo man die Geschichte einer romantischen Liebe einatmet: Das Foto der María, die Uhr, die die Todesstunde anzeigt, die frisch gepflückte Rose in der Blumenvase im Zimmer von Efraín, die trotz Marías Abwesenheit für immer dort verwahrt ist und die Herzen der Besucher sensibilisiert.
Auf einer Fläche von 120 ha liegt das Museum, das außer der Führung einen Souvenirladen, ein Fotostudio aus der damaligen Zeit, Cafeteria und Parkplätze bietet. Weiterhin gibt es das Hotel von Piedemonte mit 26 gemütlichen Ferienhäusern, Schwimmbäder mit natürlichem Quellwasser, ein Restaurant mit regionaltypsicher Küche, Pferdevermietung, Picknickstellen und Plätze für Veranstaltungen, wie z.B. Hochzeiten.
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