Hier kommen Sie zum Inhalt

Umfrage - Survey

Nutzen Sie Ihr Mobiltelefon oder Apps, um Informationen über Destinationen in Kolumbien oder anderer Länder zu erhalten?

Ergebnis

Sie sind in:

Fanny Mikey: Eine in Kolumbien verliebte Argentinierin

Die Zuschauer setzten sich und warteten gespannt auf die Stimme, die den Beginn der Aufführung ankündigen sollte: Eine heisere, klangvolle Stimme mit viel Erfahrung, vor allem aber heiter und geliebt vom Publikum, das den Zuschauerraum füllte. Für die Theaterliebhaber von Kolumbien bedeuten diese Erinnerungen Nostalgie und Dankbarkeit gegenüber ihrem Idol: Fanny Mikey.

"Sie fühlte sich kolumbianischer als jeder Andere", sagt Daniel Álvarez Mikey, der Adoptivsohn der Leiterin des Iberoamerikanischen Theaterfestivals. Seit ihm Fanny seine erste Super 8-Videokamera als Geschenk zum Abitur gab, begleitete er filmend das Leben der Künstlerin, die er immerzu bewunderte. So entstand der Dokumentarfilm "Fanny in Ewigkeit", die Aufzeichnung ihres Lebens als Mutter und Theaterfrau.

"Hurrikan Fanny" trifft in Kolumbien ein

Haga click sobre la imagen para ampliarla Fanny Mikey, Gründerin des Iberoamerikanischen Theaterfestivals von Bogotá./ Foto: Salvatore Salomone.

Fanny Mikey, Gründerin des Iberoamerikanischen Theaterfestivals von Bogotá./ Foto: Salvatore Salomone.

Fanny Mickey wurde 1930 in Buenos Aires geboren. Dort erlernte sie den Beruf der Schauspielerin und entwickelte sich zur Theaterdirektorin. Ihre Liebe zum argentinischen Schauspieler Pedro I. Martínez führte sie im Jahr 1958 nach Kolumbien. Pedro war mit Enrique Buenaventura, dem aus Cali stammenden Schauspieler und Theaterdirektor, befreundet. Buenaventura hatte ihn unter mehreren südamerikanischen Schauspielern und Direktoren kontaktiert, um gemeinsam das damals noch in Kinderschuhen steckende kolumbianische Fernsehen mittels Fernsehtheater aufzuwerten.

"Fanny und Pedro I. hatten eine auf Abstand beruhende, intensive Beziehung, mit vielen Liebesbriefen und Gedichten, in denen er ihr erzählte, wie schön Kolumbien sei, woraufhin meine Mutter den Entschluss fasste, hierher zu kommen: Sie fuhr mit dem Bus bis nach Valparaíso und von dort aus nahm sie einen Dampfer bis Buenaventura, Kolumbien. Als sie eintraf, meinte sie sich in Afrika zu wähnen, aufgrund der fast ausschließlich schwarzen Bevölkerung in dieser Region", erzählt Daniel.

Cartagena war für Fanny Mikey ihr bevorzugter Ort zum Entspannen.

Es folgte eine achtjährige Zusammenarbeit mit Enrique und Pedro in der Theaterschule von Cali, bis sich Fanny von ihrem Partner trennte und für ein Jahr nach Argentinien zurückkehrte. "Sie konnte sich aber nicht mehr an das Leben in Buenos Aires gewöhnen, sodass sie die Einladungen, die sie von ihren Freunden in Kolumbien bekam, schließlich wahrnahm und beschloss, zurück zu kehren", äußert Daniel.

Fanny ließ sich in Bogotá nieder, dann aber, in den achtziger Jahren, kaufte sie ein kleines Appartement in Cartagena, das zu ihrem Zufluchtsort wurde. Ihr Sohn erzählt dazu: "Sie liebte diese Stadt. Hier konnte sie sich ausruhen, kam mit ihren Freunden zusammen und dachte sich mit entspanntem Geist neue Projekte aus".

Fanny, eine doch sehr kolumbianische Argentinierin

Haga click sobre la imagen para ampliarla Ajiaco, das regionaltypische Lieblingsgericht von Fanny. /Foto: Flickr-Nutzer Reindertot.


Ajiaco, das regionaltypische Lieblingsgericht von Fanny. /Foto: Flickr-Nutzer Reindertot.

Die Gründerin des größten Theaterfestivals der Welt lockte ihre Freunde aus dem Ausland mit der kolumbianischen Gastronomie an. Sie versprach ihnen, sie zur typischen Suppe Ajiaco und zu Arepa de Huevo (Maisfladen mit Ei), den Visitenkarten des Landes, einzuladen.

Aber es war natürlich nicht das Essen, was sie am meisten an diesem Land schätzte, sondern vielmehr ihre Freunde, die Warmherzigkeit und menschliche Qualität der Kolumbianer. "Ich bin eigentlich nur wegen meiner Freunde hier in Kolumbien geblieben", meinte Fanny vor der Kamera, mit welcher der Dokumentarfilm über ihr Leben gedreht wurde.

Wenn Fanny Kolumbien präsentierte, begann sie bei der Gastronomie.

Am 16. August 2008 fand das Leben von Fanny Mikey sein Ende. Ihr Begräbnis wurde ihrem Wunsch entsprechend zu einem typisch kolumbianischen Fest im besten Stil, bei dem die Cumbia von den Flamencosängerinnen Aurora al Amanecer und Asoculcar interpretiert wurde. Freunde, Familienmitglieder und ihre Fans aus ganz Bogotá kamen zusammen, um sie zu verabschieden und der kolumbianische Sänger und Schauspieler César Mora gab ihr ein persönliches Abschiedsständchen.

Der Nachlass von Fanny Mikey für Kolumbien

Haga click sobre la imagen para ampliarla Fanny Mikey/ Foto: Salvatore Salomone.

Fanny Mikey/ Foto: Salvatore Salomone.

Städte wie Pasto und Barranquilla hatten ihre Karnevals, jedes Dorf sein eigenes Fest, nur Bogotá konnte mit nichts dergleichen aufwarten. So beschloss Fanny Mikey  im Jahr 1986, dieser Stadt sein eigenes Festival zu schenken. Nach den Worten von Guillermo Restrepo, des damals amtierenden Bürgermeisters der Stadt des Theaterfestivals, wollte sie die Hoffnung und den Sinn für Kultur der Bogotaner wecken und so arbeitete sie mit ihrem Team seit 1987 daran, das Iberoamerikanische Theaterfestival zu gründen, um es wenig später dann in eines der größten Events der Metropole zu verwandeln.

Bühnen wie Gruppen wurden organisiert, als sie sich 1988 während der Osterzeit zum ersten Mal mit dem Festival präsentierte. Die Menschen kamen in Scharen herbeigeströmt, nicht nur aus der Hauptstadt, sondern auch aus anderen Städten des Landes und sogar aus dem Ausland. Die Eintrittskarten waren sofort ausverkauft und die Straßen-Events als glückliche Alternative wurden reichlich besucht. Und so wurde die Tradition der weltweit größten und bedeutendsten Theateraufführung im Land geboren..

Die Leiterin des Festivals widmete 50 Jahre ihres Lebens dem Theater und seiner Förderung in Kolumbien.

Das Iberoamerikanische Theaterfestival und drei Theatersäle gehören zu den wichtigsten Nachlässen der Künstlerin. Aber mehr noch sind sie ein Spiegelbild ihrer Persönlichkeit und ihrer Charakterzüge. Dazu gehören ihre eiserne Ausdauer, das große Vertrauen in die Arbeit ihres Teams und die Fähigkeit, Kolumbien und seine Kultur, zu fördern.

Auch wenn sie von uns gegangen ist, ihr 50-jähriges Engagement für Kolumbien und ihre Liebe zum Land bleiben am Leben: Ein Aufbau von Freundschaften, Festivals, Schaubühnen und Freude. Dies war Fanny, die Schauspielerin, Kulturmanagerin, die Mutter und die Freundin. Dies war der Hurrikan Fanny, wie sie liebevoll von ihrem Sohn bei der Vorstellung des Dokumentarfilmes am 17. März 2010 genannt wurde.

Hier können Sie mehr über das Iberoamerikanische Theaterfestival erfahren: www.festivaldeteatro.com.co.

Kontaktieren Sie uns

Proexport Colombia 
Fürstenbergerstrasse 223
60323 - Frankfurt am Main
Deutschland / Germany
Tel: +49 (69) 1302 3832
Fax: +49 (69) 1302 4719

Colombia | Marca País Ministry of Commerce, Industry and Tourism Fondo de Promoción Turistica Proexport Colombia