Ich werde diese Prozessionen mit den zwei Schritten vor und einen Schritt zurück während der Karwoche in Mompox nie vergessen. Das war etwas Unglaubliches, was ich gern noch einmal erleben möchte.
Mario La Toma
aus Italien
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Karwoche in Mompox
Der Ort Mompox zählt zum historischen und architektonischen Kulturerbe der Menschheit. Er liegt am Magdalena-Fluss im Departamento von Bolívar und begann im Jahr 1564 mit seinem Zeremoniell der Karwoche.
Das religiöse Zeremoniell in Mompox geht auf die Zeit zurück, als wohlhabende Leute Schmuckstücke, Altäre und Heiligenfiguren stifteten, um so ihre Sünden zu begleichen und auf ewig erlöst zu werden, also eine tief religiöse Mitgift dieser Stadt.
In der Karwoche entstauben die Bewohner von Mompox den Schmuck, um die Heiligenfiguren, die bei den Straßenumzügen mitgeführt werden, zu schmücken und so dem Tod Christi zu gedenken.
Höhepunkt der Karwoche in Mompox ist die unglaubliche Verschmelzung der katholischen Sitten mit Magie und heidnischen Einflüssen der Gegend.
Am Mittwoch der Karwoche ziehen sich die Einwohner von Mompox schick an, um am späten Nachmittag zum Hauptfriedhof zu gehen und an der berühmten Serenade an die Verstorbenen teilzunehmen, ein wirklich unvergessliches Erlebnis.
Um 18 Uhr, wenn die Dunkelheit eintritt, treffen sich die Leute auf dem Friedhof, der für dieses Ereignis beleuchtet ist, setzen sich um die Gräber der Familienangehörigen herum und ehren sie bei ständiger Begleitung von Requien bis zu Morgengrauen.
Wenn die Nacht einfällt, beginnt die etwa zehnstündige Prozession, bei der die Büßer Heiligenfiguren auf ihren Schultern tragen und in alle Richtungen wiegen.
Bei der feierlichen Serenade an die Toten zündet man Kerzen an und schmückt die Gräber mit Blumen.
Das Hauptmerkmal der Karwoche in Mompox, welches sie einmalig in Kolumbien macht, ist die aktive Beteiligung der sieben kolonialen Kirchen, die es in der Stadt gibt. Hinzu kommt, dass die Prozessionen am Freitag vor Palmsonntag (auch als Loslösung oder Raub der Heiligenfigur bezeichnet), am Gründonnerstag und Karfreitag als Märsche mit zwei Schritten nach vorn und einem Schritt zurück inszeniert sind und ihnen damit ein tragendes und rhythmisches Flair verleihen, was sie im In- und Ausland auszeichnet.
Die Prozession der Loslösung beginnt um Mitternacht des Karfreitags, wenn die große Masse der Kirchengänger zur Kirche San Francisco kommt und heftig an ihre drei Türen klopft, bis ihnen geöffnet wird.
Die Menschen dringen in die Kirche ein, rauben die Heiligenfigur und schleppen sie zu einem vorher bestimmten Ort, an dem sie bis 2 Uhr morgens bleibt, bis die Büßer sie ergreifen und sie bei einem wilden Marsch und zu einer extra für diese Gelegenheit komponierten Musik zur Kirche Santo Domingo tragen, wo bei Morgengrauen dann der Gottesdienst gehalten wird.
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