In Kolumbien wird die Kokosnuss nicht nur gegessen, sondern von den Inselbewohnern von San Andrés und Providencia zu wunderschönen Kunstgegenständen verarbeitet.
Adriana Torres
aus Venezuela
Sie sind in:
Kunstgegenstände aus Kokos /Fot. borboletaselvatica
Im Jahre 1853, nach vielen sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen, begann man in San Andrés, Providencia und Santa Catalina die Baumwollplantagen mit dem Anbau von Kokospalmen zu ersetzen. Von da an begannen die Inseln, nach Kokosnuss zu riechen und zu schmecken.
Die Kokosnuss wurde zum Hauptdarsteller nicht nur in der Gastronomie, sondern auch zur Grundlage der Kunsthandwerksherstellung in der Region.
Die Kokospalme ist ein Baum, der überaus viele Verwendungszwecke erfüllt.
Aus ihren Ästen und Blättern werden Hüte und Körbe gefertigt. Die Faser, die die Nuss umgibt, scherzhaft Bonete (Mütze) genannt, dient zur Herstellung von Seilen, Matten, Wandbehängen und Teppichen. Dem Kokosfleisch entzieht man das milde und wohlschmeckende Öl, mit dem die Inselbewohner ihre Meeresküche verfeinern.
Kunstgegenstände aus Kokos
Für das Kunsthandwerk ist besonders die Kokosnussschale von Interesse. Aus ihr werden Gefäße, Saucieren, Löffel, Halsketten, Ohrringe, Ringe, Armbänder, Haarspangen, Kartenständer, Gürtel, Tabletts, Glasuntersetzer, Becher, Zuckerdosen, Lampen und viele weitere Produkte hergestellt.
Aber bevor die Kokosrinde zu einem Kunstgegenstand werden kann, muss die Kokosschale erst entsprechend vorbereitet werden: Man lässt man die Schalen ungefähr 10 bis 15 Minuten in einem Gefäß mit Wasser liegen, bis sie genügend eingeweicht sind. Danach wird der äußere Teil der Schale mit einem Messer oder Löffel abgekratzt. Und dann beginnt der manuelle Schleifprozess, um eine vollkommen glatte und glänzende Oberfläche zu bekommen.
Die Inselbewohner zeigen eine erstaunliche Kreativität beim Gestalten der Kunstgegenstände aus Kokos.
Wenn die Schale nun vorbereitet ist, werden Pappschablonen ausgeschnitten, die auf den Kokos dann entsprechend aufgetragen werden. Dann wird die Schale an den Stellen aufgeschnitten und damit beginnt die eigentliche Gestaltung des Kunstgegenstandes.
Die Bewohner von San Andrés, Providencia und Santa Catalina sind wahrhafte Zauberer bei der Herstellung von Accessoires aus Kokos. Nicht nur, dass sie täglich mit neuen Entwürfen überraschen, sondern sie versuchen jedes Mal mehr den Kokos mit anderen natürlichen, ökologischen und landestypischen Materialien wie Holz, Ton, Samen, der Steinnuss Tagua, Silber usw. zu kombinieren. Und so entstehen Gegenstände einer neuen kunsthandwerklichen Dimension.
© 2013 durch Proexport Colombia
Dieses Portal nutzt Joomla als Plattform, Anpassung: Astrolabio.
Portal nach den Standards des W3C-Konsortiums validiert: