Die Kolumbianer sind so kreativ und ideenreich, dass sie aus einem so landestypischen Material wie die Guadua Möbel, Häuser und sogar Brücken bauen können.
Luiz Freitas
aus Brasilien
Sie sind in:
Häuser, Hängebrücken, Wasserleitungssysteme, Wasserfahrzeuge, Fußböden, Möbel, Musikinstrumente und sogar Papier werden aus diesem unglaublichen, kolumbianischen Material namens Guadua, hergestellt.
Guadua-Wald im Kaffee-Dreieck /Foto: Mario Carvajal/
Mit diesem natürlichen Rohstoff ist es nicht nur möglich, eine Kathedrale zu errichten (als Beispiel gilt die Kathedrale von Pereira). Auch wird er für die Herstellung von Kunstgegenständen verwendet, die Touristen aus aller Welt anziehen.
Die Guadua ist eine wichtige Bambusart und sehr charakteristisch für das Kaffee-Dreieck und die Andenregion.
Die Guadua zeichnet sich durch große Belastbarkeit, Haltbarkeit und einfache Verarbeitung aus, weshalb sie als Pflanzliches Stahl bezeichnet wird. Sie wächst sehr schnell: In nur fünf Jahren kann sie eine Höhe bis zu dreißig Metern erreichen. Bei optimalem Klima kann sie bis zu elf Zentimeter täglich wachsen und ihre Gesamthöhe in sechs Monaten erreichen. Sie wächst von allein nach, ohne Samen zu benötigen.
Die Guadua weist außerdem ökologische Merkmale auf. Sie ist gleichzeitig Wasserspender und -regulierer, CO2–Aufnehmer und Umweltreiniger.
Zum anderen ist sie ein überaus leichtes und biegsames Material und kann somit für industrielle Zwecke benutzt werden, z.B. für erdbebensichere Konstruktionen, mit sehr eigenen und originellen Entwürfen, die dem kolumbianischen Landschaftsbild entsprechen.
In letzter Zeit gewinnt die Guadua immer mehr Interesse bei Architekten und Ingenieuren, die sie als hervorragende, natürliche Alternative zu Beton und Stahl zu schätzen wissen.
Im Kaffee-Dreieck wurden bereits mehrere Projekte mit Verwendung dieses neuartigen Materials durchgeführt. Das repräsentativste und bekannteste ist der Pavillon Zeri auf dem Gelände der Gedanken in Manizales, gebaut vom anerkannten Architekten Simón Vélez aus dem Departamento Caldas, der der Tradition seiner Region folgend, ein architektonisches Projekt aus Guadua für die Weltausstellung Hannover 2000 durchgeführt hat. Mit diesem Bauwerk versetzte Vélez Deutschland ins Staunen, als er die Anwendung von Guadua im Bauwesen mit Originalität, ansprechendem Design und Funktionalität unter Beweis stellte.
Weitere Projekte, bei denen Guadua verwendet wird, sind die zwei Maut-Stellen auf den Fernverkehrsstraßen Pereira – Manizales und Pereira – Armenia, die mit ihrem außerordentlich kreativen Entwurf die Neugier der Touristen wecken.
Aus Guadua gebaute Maut-Stelle /Foto: Mario Carvajal/
Dieses Material ist dank seiner vielfältigen Merkmale nicht nur in der Architektur und der Bauindustrie sehr begehrt, sondern ist ein exzellentes Material, das sich in den Händen unserer Kunsthandwerker in originelle Gegenstände verwandelt: Möbel, Lampen, Zubehör für den täglichen Bedarf, dekorative, jedoch funktionell entworfene Stücke, die immer von der Natur, die sie umgibt, inspiriert sind.
Die Guadua-Wälder gedeihen in Kolumbien seit Jahrhunderten zwischen Flüssen als unentbehrliche Vertreter in unseren Kaffee-Landschaften. Mit Kreativität und Talent verarbeiten sie die Kunsthandwerker zu originelle Produkten, die Kolumbien in der ganzen Welt bekannt machen.
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