Mit dem Mopa–Mopa-Harz und viel Kreativität schaffen die sog. Pastusos (Einwohner von Pasto) wunderschöne Kunstgegenstände, die den Figuren auf chinesischem Porzellan ähneln.
Nicole Rice
aus USA
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Als Barniz de Pasto wird eine Dekorationstechnik bezeichnet, die von einem indigenenVolksstamm im Departamento von Narino im Süden Kolumbiens entwickelt wurde. Sie gehört zu den wenigen Kunsthandwerken in Kolumbien mit indigenem Ursprung. Diese Technik wurde weitergeführt, seit sie die spanischen Eroberer entdeckten und von dieser Arbeit der Ureinwohner begeistert waren, wie es der Mönch Fray de Santa Gertrudis auf seiner Reise von 1756 bis 1767 in seinem Buch Maravillas de la naturaleza (Wunder der Natur) festhielt:
Die kunsthandwerkliche Tradition des Barniz de Pasto ist von präkolumbischer Herkunft und hat eine lange Entwicklungszeit hinter sich, die von der Kolonialzeit über die Zeit der Republikaner hinweg bis zum heutigen Tag reicht.
Das Mopa- Mopa -Harz bildet die Grundlage für den Lack, der aus einem Strauch, der im Departamento von Putumayo im kolumbianischen Urwald wächst, gewonnen wird. Zweimal im Jahr produziert die Pflanze eine gallertartige Paste, die durch manuelle Erwärmung und anschließendem Auswalzen zu einer feinen, hauchdünnen Folie wird.
Mit den Mopa- Mopa -Harzfolien, die mit Pflanzenfarbstoff gefärbt werden, überzieht man die Oberflächen von Holzgegenständen mit schönen Mustern und Bildern und es entstehen wunderschön dekorierte Tabletts, Teller, Krüge, Kästchen, Löffel, Aschenbecher, Salzstreuer, Behälter für Stifte, Stühle, Truhen, Tische, Bänke, usw.
Die Ureinwohner von Pasto […] lackieren Holzgeschirr mit einer solchen Perfektion, das es wie echtes, chinesisches Porzellan wirkt.
Diese Barniz -Technik findet vielseitige Anwendung: Man kann damit verschiedene Materialien überziehen: Leinen, Glas, Metall, Ton, Holz. Es können glatte wie erhabene Oberflächen behandelt werden.
Die Barniz -Technik bedarf hoher, zeichnerischer Begabung und Genauigkeit im Platzieren, da die gefärbten Harzfragmente sehr vorsichtig auf die Holzoberfläche aufgelegt werden müssen, wobei verschiedene Farben und Ausschnitte kombiniert werden, um eine haltbare und farbechte Dekoration zu gewährleisten.
Die Grundtechnik des Barniz de Pasto hat sich im Laufe der Zeit nicht verändert. Das einzige, was sich ändert, sind die dekorativen Motive, die sich ständig dem Geschmack und der Mode der jeweiligen Zeiten anpassen.
Bei den dekorativen Motiven dieses Kunsthandwerks überwiegen Schilderungen von Geschichten und Ereignissen des Alltags der Bauern der kalten Regionen, wie Obstverkäufer, Frauen mit Kindern auf den Armen, Landschaften, Häuschen, Wege und auch solche aus der Zauberwelt und der Religion, wie Wetterfrösche, Uhus, lodernde Schmetterlinge und Engel mit Gesichtszügen von Ureinwohnern.
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