Sieht man eine Mola des indigenen Kuna-Volks, meint man einen Kunstgegenstand vor sich zu haben, der einem Labyrinth ohne Ausgang ähnelt. Einfach unglaubliche Muster und Figuren!
Jessica Stuart
aus Australien
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Molas
Die Molas stammen von der Kuna-Kultur, die im Gebiet von Kolumbien und Panama lebt. Es sind dekorative Stoffarbeiten, bei denen Stoff-Flecken von der Rückseite mit aufgenähten Stickereien zu prächtigen und bunten Textilen verarbeitet werden.
Die Molas, die von der Tradition her von den Frauen des Kuna-Volkes gearbeitet werden, sind nicht nur ungewöhnliche und einmalige Stoffstücke. Die Molas stecken voller Philosophie und Tradition. Mit ihnen leben und sterben die Frauen.
Die Gestaltung der Molas spiegelt nicht nur große Kenntnis der Natur und des Kunsthandwerks wider, sondern auch die tiefgründige Darstellung einer sehr eigenwilligen Kultur.
Die Molas werden von Hand gefertigt und bestehen aus zwei oder mehreren Lagen an aufgenähten Stoffstücken, mit Formen, die das Alltagsleben dieses Stammes umgeben.
Der Ursprung der Molas kommt von der Körperbemalung (Tätowierungen), die später auf Stoff überging. Die Molas sind Ausdruck der Vorstellungen zur Weltentstehung, eine graphische Vision der Welt, voller Farben und anthropomorpher und zoomorpher Deutungen.
Der Weltanschauung des Kuna-Volkes nach war es der Schöpfer des Ureinwohner- Universums Babdummad, der den Menschen die wunderschönen Stoffe geschenkt hat, die die Vision von Fauna und Flora gestalten.
Der Begriff Mola weist auf die Doppellagigkeit der Struktur hin.
Die gestalteten Lagen mit ihren stilistischen Formen sind Ausdruck von mündlicher Literatur. Genauso wie die Molas, sind die rituellen Gesänge der Kunas in Strophen aufgeteilt, die sich mit kleinen Änderungen von Wörtern, Klängen oder im Sinn wiederholen. Im Fall der Molas kann auf beiden Stofflagen das Hauptmotiv variieren, sei es die Farbe oder der Untergrund.
„Die Frauen sind die Malerinnen […] Zu den geschmackvollen Farben, die verwendet werden, gehört […] Rot, Gelb und ein leuchtendes, bezauberndes Blau […] Sie gestalten Figuren von Vögeln, Tieren, Menschen und Bäumen. […]”
Accessoires aus Mola
Hauptthema auf den Molas ist die Figur des Labyrinths. Im Glauben des indigenen Kuna-Volks ist der Mensch ständig mit der üppigen, tropischen Vegetation und den Tieren durch komplexe Wege verbunden.
Ein weiteres Thema sind mythologische Szenen zur Entstehung der Welt und Fauna und Flora der Region, die von den Kunas bewohnt wird. Dies wird mit eindrucksvollen und farbprächtigen, geometrischen Figuren dargestellt.
Molas sind wie seitenlange Bücher aus den Memoiren des Kuna-Volkes, mit denen die Frauen ihre Vision von der Welt, Episoden mündliche Literatur, Gesänge, Gedichte und Bräuche zum Ausdruck bringen.
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