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Nur eine knappe Stunde von Bogotá entfernt, habe ich faszinierende Höhlenmalereien der präkolumbischen Kulturen dieser Gegend Kolumbiens entdeckt.

Claudio Roethemund

aus der Schweiz

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Archäologischer Park von Facatativá: Höhlenmalerei an Felswänden

Im Archäologischen Park von Facatativá

Im Archäologischen Park von Facatativá

Der Archäologische Park von Facatativá, auch als Piedras del Tunjo (Steine des Tunjo) bekannt, liegt im Departamento von Cundinamarca, nur 40 km von Bogotá entfernt. Der Park hat eine Fläche von 29 Ha und beherbergt Felsdächer, Höhlenmalereien und wunderschöne Landschaften.

Im Park befinden sich riesige, metamorphe Felsen, die sich durch den starken Erddruck bei der Entstehung der Lithosphäre gebildet haben und zum Boden eines großen Sees wurden, der vermutlich die Hochebene von Bogotá bedeckte. Die sechzig Wandbilder sind unregelmäßig über den gesamten Park von Facatativá verteilt.

Las Piedras de Tunja oder Piedras del Tunjo sind die Hauptattraktion von Facatativá und Ziel der kolumbianischen Touristen. Während man sich den präkolumbischen Kulturen und dem archäologischen Kulturerbe nähert, kann man hier an frischer Luft picknicken oder Boote ausleihen, um auf dem See zu rudern.

Er ist der einzige archäologische Park Kolumbiens in städtischer Umgebung und einer der wichtigsten Naturparks in der Nähe von Bogotá.

Zur Höhlenmalerei mit Piktogrammen

Das Piktogramm ist eine Form schriftlicher Kommunikation mittels Felsenzeichnungen mit natürlichen Pigmenten: Figürliche Darstellungen von Tieren, Pflanzen, Menschen, Ritualen und Alltagsbeschäftigungen usw.

Piktogramme charakterisieren sich durch die Benutzung eines graphischen und visuellen Kodex, der die Übersetzung eines kompletten Satzes oder einer Formulierung beinhaltet. Der Vorteil dieser Kommunikationsart ist, dass sich die Menschen Jahrhunderte später noch verstehen können, ohne dass eine gemeinsame Sprache nötig wäre, da Piktogramme unabhängig von Sprach- und Lautlehren sind

Zur Geschichte des Parks

Höhlenmalereien gibt es auf der Welt seit mehr als 30.000 Jahren.

Vor 1970 konnte man noch auf der Oberfläche der Steine zahlreiche Piktogramme erkennen. Dann aber, in den letzten 30 Jahren, wurde der Park leider eher als Ort für aktive Freizeitgestaltung genutzt, was sich negativ auf die Umwelt und das archäologische Kulturerbe ausgewirkt hat. Und so wurden die meisten Felszeichnungen von Graffitis verdeckt.

Die Wiederbelebung des Parks

Seit 2009 wird der Archäologische Park “Piedras del Tunjo” von der Gemeinde Facacativá verwaltet, welche wiederum durch das ICANH – das Kolumbianische Institut für Antropologie und Geschichte – überwacht wird. Momentan werden sowohl Restaurationen an den Felsmalereien durchgeführt als auch antropologische und archäologische Nachvorschungen über das Erbe der ersten Bewohner des Hochlandes “cundiboyacense” (Gebiet, das Teile der Departaments Cundinamarca und Boyacá umfasst) angestellt.

“Piedras del Tunjo” ist einer der fünf Archäologischen Parks in Kolumbien, aber der einzige in einem urbanen Umfeld. Einzigartig gelegen ist der Park nur ca. 40 Kilometer von der Hauptstadt Bogotá entfernt.

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Homepage des Archäologischen Parks.

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